Mailbox-Story · Der erste Kontakt

Der erste Kontakt

Jede Geschichte hat einen ersten Moment. Meiner begann 1989 an einem Grillfest am Rheindamm – mit einem geliehenen Modem, zwei Drähten in einer Telefondose und einem Rauschen, das plötzlich verstummte.

Ein Grillfest am Rheindamm

Ich war Mitglied bei der AUGL, der Amiga User Group Liechtenstein. Die hatte ein kleines Grillfest am Rheindamm organisiert, wo sich die Amiga-Leute trafen. Wir quatschten über Hardware, Software und darüber, was jeder so erlebte. Dabei fiel ein Wort, das ich noch nie gehört hatte: DFÜ – Datenfernübertragung.

Ich hörte gespannt zu, was man damit machen konnte und wofür das gut war. Nach all den Geschichten und Erklärungen bot mir einer der Teilnehmer an, mir sein Modem auszuleihen – ein Supra 2400, für eine Woche.

Meine erste Telefoninstallation

Ich fuhr mit dem Moped zu ihm nach Hause und liess mir kurz zeigen, wie es geht. Zuhause steckte ich das Modem an den A500 an, der im Wohnzimmer lag. Dann der Blick auf das Kabel: Das musste ja irgendwie angeklemmt werden. Auf der offenen Telefondose waren aber ohnehin nur zwei Drähte – also links und rechts, kein Problem. Damit hatte ich meine erste „Telefoninstallation“ abgeschlossen.

Die erste Verbindung

Zurück zum Amiga. JR-Comm gestartet, Einwahl in die AUGL-Mailbox des Freundes. Nach dem Anwählen steigt die Spannung, ein Rauschen ertönt. Verbindet es? Muss das so sein? Und dann, auf einmal, wird es still – und der Login-Screen der AUGL-BBS erscheint.

Eine Woche, die nachwirkte

Ich war in dieser Woche natürlich sehr aktiv – zum Leidwesen meiner Eltern. Die Telefonleitung war dauernd besetzt. Wollte jemand telefonieren, rauschte es aus dem Hörer, und gleichzeitig sackte meine Verbindung zusammen. Wehmütig brachte ich das Modem nach der Woche wieder zurück.

Nach kurzer Zeit und etwas Gespartem kaufte ich mir dann mein eigenes Modem – dasselbe Modell. Später folgte das Upgrade auf ein Courier 9600. Und meine Eltern präsentierten mir die Telefonrechnung: knapp 200 CHF für diese eine Woche. Das ging spürbar ans Ersparte – aber der Funke war längst übergesprungen.