Mailbox (BBS) · Diverses
Diverses
Nicht alles passt sauber in Story, Technik oder Glossar. Hier sammeln sich Randnotizen, Fundstücke und kleine Anekdoten rund um Empire BBS.
Die Beavis-&-Butt-Head-Hotline
Mit ISDN und zehn MSN-Nummern war eine Leitung frei zum Testen von Telefoninstallationen. Beruflich musste ich als Elektromonteur Leitungen mit dem Teletester suchen – einem Messgerät, mit dem man sich auf die Leitung schaltet. Statt der langweiligen „sprechenden Uhr“ schnitt ich auf diese Nummer einen sinnfreien Soundmix aus Beavis & Butt-Head zusammen.
Das Ergebnis: mehrere hundert Anrufe pro Tag. Die Nummer machte die Runde – ohne Internet, ohne Social Media, reine Mundpropaganda in der Schweiz und in Liechtenstein. Ein erster, unbeabsichtigter viraler Hit der regionalen Telekom-Geschichte, Jahre bevor „viral“ überhaupt ein Begriff war.
Der originale Soundmix liegt noch auf einer SCSI-Platte des Amiga. Hier wird er aus urheberrechtlichen Gründen nur erzählt, nicht abgespielt – Beavis & Butt-Head sind geschützt.
Die E-Mail-Adressen von Empire
Schon 1992 – Jahre vor dem öffentlichen Internet – hatte Empire BBS eine eigene UUCP-E-Mail-Anbindung. Über die Jahre lief die Post über verschiedene Wege, und die eigene Adresse wanderte entsprechend mit. Aus den geretteten Original-Dateien lassen sich drei Stufen belegen:
- frühE-Mail über das Ixgate-Gateway, das Fidonet und Internet verband – jeder Node 2:301/xxx war als name@xxx.chg.imp.com erreichbar.
- ab ~1993eine eigene Adresse, die sogar im Login-Banner stand: RKUSER@helvetica.limmat.net.ch – die Post lief damals über den Rechner „helvetica“ im Limmat-Net-Verbund, zugleich mein Haupt-Uplink im AmiNet.
- später (belegt 1996)eine eigene Domain über den Provider Aare-News:roman@empire.aare.ch. Der Mailserver meldete sich als empire.aare.ch.
Belegt aus dem Login-Banner (Ende 1993, zweiter ISDN-Anschluss), der originalen UUCP-Konfiguration und einem echten Mail-Header vom Juli 1996.