Telefonie · ISDN & PBX
ISDN & PBX
Eine Telefonanlage, englisch PBX für Private Branch Exchange, ist die firmeneigene Vermittlung. Sie verbindet die internen Apparate untereinander und mit dem öffentlichen Netz. Zwei Dinge prägten diese Technik, wie man die Anlage einstellte und wie ISDN die Leitung digital machte. Beide habe ich von Grund auf mitinstalliert.
Telefonanlagen und wie man sie einstellte
Wie man eine Anlage konfigurierte, wanderte über die Jahre vom Lötkolben zum Browser.
- analog · lötenDie ersten Telefonanlagen waren Linienwähler von Autophon. Jede Einstellung war ein von Hand gesetzter Lötpunkt.
- analog · SteckbrückenDanach einfachere Anlagen wie die Casatel, konfiguriert über Steckbrücken statt Löten.
- analog · SystemtelefonDie Ascotel-Reihe von Ascom, für kleine bis mittelgrosse Telefonanlagen, programmierte man direkt über das Systemtelefon Crystal.
- analog/ISDN · LaptopGegen 1999 hatte man vermehrt die Möglichkeit, die Telefonanlagen per Laptop zu programmieren.
- SIP · Laptop/BrowserBei den heutigen SIP-Anlagen läuft die Konfiguration per Laptop oder Browser.
Geschäftsanschluss oder einfacher ISDN
ISDN gab es in zwei Grössen. Firmen mit eigener Telefonanlage bekamen einen Primärmultiplex-Anschluss. Früher brauchte jede Nummer eine eigene Leitung, grosse Betriebe hatten 30 bis 40 davon. Jetzt genügte eine einzige 4-Draht-Leitung, faktisch eine 2-Mbit/s-Leitung mit 30 Kanälen à 64 kbit/s, über die die Anlage per Durchwahl beliebig viele Nummern verwaltete.
Für Haushalte und kleine Büros gab es den einfachen ISDN-Anschluss. Am Ende der Leitung sass der Netzabschluss, in der Schweiz das NT-2ab. Es stellte den digitalen S0-Bus bereit und dazu zwei analoge a/b-Anschlüsse, an denen weiterhin normale Telefone oder Faxgeräte liefen. Diese Variante hatte drei bis zehn Rufnummern. 1992 begann ISDN mit zehn, später gab es günstigere Anschlüsse mit fünf oder drei. Die meisten Leute brauchten ohnehin nicht so viele.

Der eigentliche Durchbruch war, dass sich Leitungen und Rufnummern unabhängig voneinander buchen liessen. Man nahm die Zahl der Sprechwege, die man brauchte, und dazu einen Rufnummernblock in Zehner-, Hunderter- oder Tausenderschritten. Das zeigte sich besonders in Liechtenstein, wo viele Sitzgesellschaften je eine eigene Nummer brauchten: Früher stand dafür ein ganzer Raum voller analoger Apparate, jeder einzeln verkabelt und mit dem Firmennamen angeschrieben. Mit ISDN genügten plötzlich zwei Leitungen und ein Block von, sagen wir, fünfhundert Nummern – deutlich günstiger und schlanker als fünfhundert Apparate mit ebenso vielen Installationen. Das Prinzip gilt bis heute: Was damals der Nummernblock war, bucht man heute bei den SIP-Anbietern genauso.
Der ISDN-Router und die Wähl-Falle
Ein ISDN-Router baute die Verbindung bei Bedarf selber auf, sobald ein Gerät ins Internet wollte, Dial-on-Demand nannte sich das. Tückisch wurde es mit Windows-Rechnern, die pausenlos Hintergrundverkehr losschickten. Alle paar Sekunden wollte irgendein Dienst ins Netz, und jedes Mal baute der Router die Verbindung neu auf.
Ein Telefonie-Kunde rief mich an, sein ZyXEL Elite 2864I hatte ihm eine Rechnung über 3000 CHF eingebrockt. Ein technischer Fehler war das nicht. Der Router tat genau das, was der PC verlangte: bei jeder Anfrage brav die Verbindung aufbauen und die Daten aus dem Internet holen. Als Notlösung baute ich ihm eine schaltbare Steckdose ein, mit der er den Router von Hand ein- und ausschaltete. Das war Mitte der 90er. Er ist bis heute Kunde.